Die Bundesregierung plant das Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie, Werkverträge und Zeitarbeit werden dabei oft in einen Topf geworfen. Warum das falsch ist.

Werkvertrag, Zeitarbeit: Nach den Corona-Ausbrüchen in der Fleischindustrie wird das in der öffentlichen Diskussion teils wild durcheinander geworfen. Die schnelle Verbreitung des Corona-Virus in Clemens Tönnies’ Werk in Rheda-Wiedenbrück hat ein Schlaglicht geworfen auf die mitunter höchst fragwürdigen Zustände in der fleischverarbeitenden Industrie. Nicht gerade zum Vorteil seriös arbeitender Personaldienstleister.

Laut dem Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil sollen ab 2021 in größeren Betrieben in der Fleischindustrie in Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung keine Werkvertrags- oder Zeitarbeiter* mehr beschäftigt werden. O-Ton Heil: “Wir beenden die organisierte Verantwortungslosigkeit.”

Das System, das die Bundesregierung mit dem neuen „Arbeitsschutzkontrollgesetz“ sprengen will, funktionierte bisher grob umrissen so: Unternehmen vergaben Werkaufträge an meist ausländische Sub- und Sub-Subunternehmer. Die “schwarzen Schafe” unter diesen Firmen umgingen Arbeitsschutzbestimmungen und zapften gesetzlich garantierte Mindestlöhne an. Kurz und hart: Sie beuteten ihre Beschäftigten aus. Die wiederum waren in Werkvertrags- und auch Zeitarbeitsverhältnissen angestellt.

Ein Zerrbild der Zeitarbeit und des Werkvertrags

Das sind untragbare Zustände, und die gehören aufgedeckt, öffentlich bekannt gemacht und schlussendlich abgeschafft. Leider wurde darüber hinaus ein Zerrbild der Zeitarbeit und der Werkverträge gezeichnet. Man muss hier ganz klar trennen. So wie es unzulässig ist, pauschal die gesamte Fleischindustrie zu verurteilen, ist auch die generelle Kritik an der Zeitarbeitsbranche und am Werkvertragsmodell zu kurz gegriffen.

Wir, die TEMPTON-Gruppe, wollen einige Dinge klarstellen.

Zeitarbeitsvertrag versus Werkvertrag: Der Unterschied

Wir machen an dieser Stelle einen ordentlichen Arbeitsvertrag in der Zeitarbeit an unserem Beispiel, der TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH, fest. Wer bei uns unterschreibt, ist fest und unbefristet angestellt. Das “Zeit” in Zeitarbeit bezieht sich hier also nicht auf die Dauer des Arbeitsvertrags, sondern auf die zeitlich begrenzten Arbeitseinsätze in den Betrieben unserer Kunden.

Wir sind tarifgebunden, der Lohn richtet sich nach der Qualifikation. Die Bezahlung liegt immer über dem gesetzlichen Mindestlohn von aktuell 9,35 Euro. Hat unser Mitarbeiter einen Einsatz bei einem unserer Kunden, sprich in einer Firma, gelten auch dort weiterhin unsere vertraglich fest vereinbarten Arbeitsbedingungen.

Ein Werkvertrag ist ein anderes Modell.

Ein Werkvertrag wird zwischen zwei Unternehmen geschlossen, bei dem das eine Unternehmen dem anderen per Vertrag ein “Werk”, sprich eine bestimmte Leistung, zusichert – meist zu einem fest vereinbarten Preis. Das kann die Fertigung einer bestimmten Anzahl von Bauteilen für Autos sein oder eben das Zerlegen von Schweinen.

Mehr als 90 Prozent der Unternehmen nutzen Werkverträge

Damit das klar ist: Auch wir nutzen Werkverträge. Die TEMPTON Outsourcing GmbH übernimmt die Auslagerung von Geschäftsbereichen. Ganz grundlegend sind Werkverträge nicht problematisch. Im Gegenteil: Sie sind sehr weit verbreitet. Laut ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) nutzen in Deutschland über 90 Prozent aller Unternehmen dieses Vertragsmodell, mit in- und mit ausländischen Geschäftspartnern. On-Site-Auslagerung, sprich der Einsatz von “fremden” Kräften auf dem eigenen Firmengelände, betreiben 50 Prozent.

Heißt konkret: Unsere Mitarbeiter, die in diesem Modell arbeiten, erhalten einen Arbeitsvertrag, der den Regeln des deutschen Arbeitsrechts und -schutzes unterliegt: unbefristet, Vollzeit, Zuschläge, Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Feiertagsbezahlung und immer mindestens den aktuell gültigen Mindestlohn.

Weil sich Leistungen im Werkvertragsmodell übertragen lassen, können Standards zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und deren Einhaltung im Kundenbetrieb eingefordert und auch durchgesetzt werden.

Problematisch wird es erst, wenn die dahinter liegenden Lohn- und Arbeitsbedingungen unklar sind. Der Fall Tönnies hat überdeutlich gemacht hat, dass es Unternehmen gibt, die mit Werkverträgen nicht nur Arbeit, sondern auch Verantwortung auslagern.

Das kann nicht sein. Wir stehen in allen unseren Geschäftsbereichen für Transparenz. Weil jeder Einzelne zählt.

Anonyme Umfragen zur Qualität unserer Arbeit

Jeder Einzelne zählt: Das ist uns wichtig, das ist unsere Unternehmensphilosophie. Jedes Jahr befragen wir unsere Mitarbeiter und Kunden anonym zur Qualität unserer Arbeit. Unsere Mitarbeiter haben außerdem immer einen festen Ansprechpartner bei TEMPTON. Nicht anonym, sondern vor Ort. Auch unsere Kunden kennen wir persönlich. Und wir nehmen den Schutz unserer Angestellten persönlich.

Wer unsere Standards nicht hält, wird auch nicht unser Partner. Damit das auch klar ist.

 

*Alle personenbezogenen Bezeichnungen stehen für alle Geschlechter (m/w/d).

Im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie hat der Gesetzgeber Unternehmen die Möglichkeit eingeräumt, Beiträge zur Sozialversicherung zu stunden, damit sie sich finanziell wieder Luft verschaffen können. Während die Mitarbeiter sich durch die sogenannte Subsidiärhaftung sicher sein können, dass ihre Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden, sollten Kundenunternehmen ihre Personaldienstleister tunlichst auf das Thema ansprechen, denn im Zweifel müssen sie haften.

Inwieweit müssen Kunden von Personaldienstleistern haften?

Subsidiärhaftung heißt, dass Kundenunternehmen für fehlende Sozialversicherungsbeiträge und Beiträge zur Berufsgenossenschaft haftbar gemacht werden können. Sollte ein Personaldienstleister gestundete Sozialversicherungs- und BG-Beiträge, aus welchem Grund auch immer, später nicht bezahlen können, so haftet nach § 28 e SGB IV der Entleiher, sprich der Kunde, für den Gesamtsozialversicherungsbeitrag der bei ihm eingesetzten Leiharbeitnehmer. Dies gilt, obwohl der Kunde die Beiträge über den Verrechnungssatz bereits an den Personaldienstleister gezahlt hat.

Keine Stundung bei TEMPTON

Gerade in der aktuellen Krise ist es für Betriebe und Unternehmen essenziell, einen verlässlichen Partner an ihrer Seite zu haben. TEMPTON ist einer davon. Denn aufgrund unserer äußerst stabilen Wirtschaftslage zahlen wir die  Sozialversicherungsbeiträge unserer Mitarbeiter weiterhin pünktlich und werden auch in Zukunft keine Stundungen vornehmen. Darüber hinaus schließen wir keine Niederlassungen und werden auch kein Personal entlassen.

Als Personaldienstleister wissen wir, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Verlässlichkeit und Transparenz lebt: Über den kostenlosen Info-Service des Instituts für Zahlungssicherheit (IZS) können sich unsere Kunden jederzeit davon überzeugen, dass wir unseren Zahlungspflichten wie gewohnt nachkommen. Das IZS veröffentlicht jeden Monat Auskünfte von Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und der Bundesagentur für Arbeit zu allen bei ihnen gelisteten Personaldienstleistern und informiert Unternehmen so über das Risiko einer Zusammenarbeit.

Wer in der Personaldienst­leistungsbranche tätig ist, dem sind vermutlich schon einmal die Begriffe On-Site-Management und Master Vendor begegnet. Auch wenn die beiden Personal­lösungen ähnlich sind, gibt es ein paar Unterscheidungs­merkmale, auf die wir im Folgenden genauer eingehen.

On-Site-Management: Personal­beschaffung ist ein zeit­intensiver und koordinativ anspruchs­voller Vorgang, der in Betrieben und Unternehmen viele Ressourcen bindet. Deshalb kann sich in Betrieben und Unternehmen, die stetig Personal benötigen, ein sogenanntes On-Site-Management lohnen. Dabei übernimmt TEMPTON das komplette Management der Zeit­arbeitnehmer direkt auf dem Betriebs­gelände des Kunden. Unser abgestellter Mitarbeiter bekommt dort ein eigenes Büro und kümmert sich – wenn gewünscht – ausschließlich um Personal­belange des Kunden. Der TEMPTON-Mitarbeiter vor Ort übernimmt operative Aufgaben wie etwa Mitarbeiter­auswahl, -betreuung und Schicht­einteilung, Sicherheits­unterweisungen und Einarbeitungen oder zusätzliche Qualifizierungs­maßnahmen. Der Personal­bedarf des Kunden wird dabei ausschließlich über unsere bundesweit 100 Standorte gedeckt.

Master Vendor: Das Master-Vendor-Modell ähnelt dem On-Site-Management zwar, fügt aber noch wesentliche Punkte in der Beziehung zwischen Personal­dienstleister und Kunde hinzu. Gerade größere Unternehmen benötigen zu Spitzen­zeiten – etwa vor Feiertagen – kurzfristig so viel Personal, dass sie auf mehrere Personal­dienstleister gleichzeitig zurückgreifen müssen. Damit unsere Kunden nicht zu viel Zeit und Energie bei der Abstimmung mit den verschiedenen Zeitarbeits­firmen investieren müssen, übernimmt TEMPTON als Master die Koordination aller beauftragten Personaldienstleister. Egal, wie viele Personal­dienstleister für ein Unternehmen tätig sind, TEMPTON kümmert sich komplett um das Thema Zeitarbeit im Unternehmen und wählt die Co-Lieferanten aus, um den Personal­bedarf schnell und effizient zu decken. Unsere Kunden profitieren dadurch von einheitlichen Prozessen – von der Bestellung bis zur Rechnungs­erstellung.

TEMPTON übernimmt für seine Kunden als Master:

  • die Auswahl der Zeitarbeits­unternehmen
  • die Rekrutierung des von Ihnen benötigten Zeitarbeits­personals
  • die Einarbeitung und reibungslose Integration des Zeitarbeits­personals
  • die komplette administrative Abwicklung

So werden unsere Kunden entlastet, müssen sich um nichts weiter kümmern und können sich voll und ganz auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

Vorteile für Unternehmen und Betriebe:

  • Nur ein direkter Ansprech­partner für alle Belange der Zeit­arbeit
  • Vereinheitlichung der Verträge und Preis­modelle
  • Komplettes Management aller Zeit­arbeiter und Koordination aller Personal­dienstleister
  • Einheitliche Handhabung aller Arbeitnehmer­überlassungs- oder Vermittlungs­vorgänge
  • Entlastung von verwaltungs­intensiven Tätigkeiten rund um die Überlassung und Vermittlung

Mit der Unterstützung von TEMPTON steigern unsere Kunden ihr Reaktions­schnelligkeit und Effizienz deutlich und senken darüber hinaus die Kosten.

Wir haben uns die zehn gängigsten Vorurteile gegenüber der Zeitarbeit einmal näher angeschaut und schildern unsere Erfahrungen.

Vorurteil 1: Immer mehr Unternehmen ersetzen ihre Stammbelegschaft durch Zeitarbeiter

Falsch! Die Zahl derer, die in der Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt sind, hält sich seit knapp zehn Jahren auf einem konstanten Niveau. So arbeiteten 2019 rund 948.000 Menschen in Deutschland sozialversicherungspflichtig in der Zeitarbeit. Der Anteil der Zeitarbeitnehmer an der Gesamtbeschäftigung liegt damit bei 2,5 Prozent (Quelle: Bundesagentur für Arbeit; Stand: Januar 2020). Zeitarbeiter werden fast ausschließlich dazu eingesetzt, Auftragsspitzen abzufangen oder Personalausfälle zu kompensieren. Von der Verdrängung von Stammmitarbeitern kann also keine Rede sein.

Vorurteil 2: Zeitarbeitnehmer sind nicht fest angestellt

Ein Mythos, der sich hartnäckig bei vielen Menschen hält, die keine Erfahrungen mit Zeitarbeit gemacht haben: Bei Personaldienstleistern wie der TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH unterschreiben Arbeitnehmer einen unbefristeten Arbeitsvertrag und haben die gleichen Rechte wie jeder andere Arbeitnehmer auch. Dazu zählen unter anderem Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsschutz und Sozialleistungen.

Vorurteil 3: In der Zeitarbeit verdient man nur einen Bruchteil des Geldes für die gleiche Arbeit

Wer bei einem Personaldienstleister arbeitet, der einen Tarifvertrag anwendet, muss sich darüber keine Sorgen machen. Abhängig von Qualifikation und Berufserfahrung können Zeitarbeiter sogar eine Bezahlung erhalten, die deutlich über dem jeweiligen Branchendurchschnitt liegt. Da die Zeitarbeitnehmer zu den Bedingungen des Tarifvertrags angestellt sind, erhalten sie zum Beispiel auch dann Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wenn die Stammbelegschaft im Einsatzbetrieb diese Zusatzleistungen nicht bekommen. Je nach Einsatz kommen noch Schichtzulagen und Fahrtkostenzuschüsse obendrauf. Bei TEMPTON werden die Tarifverträge der BAP/DGB-Tarifgemeinschaft angewandt.

Vorurteil 4: Erfahrungen mit Zeitarbeit machen sich schlecht im Lebenslauf

Auch dieses Klischee stimmt nicht. Zeitarbeit ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt absolut anerkannt, daher besteht überhaupt kein Grund, eine Beschäftigung bei einem Zeitarbeitsunternehmen zu verschweigen. Grundsätzlich schätzen Personaler in Deutschland Kandidaten aus der Zeitarbeit, da diese vielfältige Erfahrungen gesammelt und unterschiedliche Abläufe in verschiedenen Betrieben kennengelernt haben.

Vorurteil 5: Zeitarbeit ist nur etwas für gering qualifizierte Kräfte

Fakt ist: Viele Zeit­arbeitskräfte sind gering qualifiziert. Der Anteil der Hilfsarbeiter mit Erfahrungen in der Zeitarbeit liegt mit 30 Prozent im Vergleich zur Gesamt­wirtschaft deutlich höher. Aber die Zeitarbeit eignet sich ebenso für hochqualifizierte Fachkräfte. Im IT- oder Ingenieurbereich ist die Arbeitnehmer­überlassung ein wichtiges und etabliertes Instrument, da hochqualifizierte Experten nur für zeitlich befristete Projekte benötigt werden. Junge Hochschulabsolventen haben durch Zeitarbeit die Möglichkeit, verschiedene Branchen und unterschiedliche Einsatzgebiete in kurzer Zeit kennenzulernen. Das gilt gleichermaßen für Fachkräfte wie auch für Berufsanfänger oder Quereinsteiger. Personaldienstleister wie die TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH setzen sich täglich dafür ein, Unternehmen und Bewerber zusammenzubringen – egal, welche Qualifikationen sie mitbringen und in welchem Bereich einer Branche sie Fuß fassen möchten.

Vorurteil 6: Arbeitgeber nutzen Zeitarbeit in erster Linie, um Personalkosten zu sparen

Auch dieses Leiharbeit-Klischee können wir widerlegen. Zwar konnten Unternehmen im Einzelfall Lohnkosten einsparen, wenn Sie auf Zeit­arbeitnehmer statt Festangestellte setzten – durch steigende Tariflöhne, Branchen­zuschläge und Gesetzes­änderungen ist dies nur noch schwer möglich. Das sogenannte Equal Pay verpflichtet Personal­dienstleister, ihren Leih­arbeitnehmern die gleiche Bezahlung zukommen zu lassen, die ein vergleichbarer Stamm­arbeiter im Ausleih­betrieb erhält. Das führt oftmals dazu, dass dem Entleih­betrieb durch einen Zeit­arbeiter höhere Kosten entstehen als durch einen fest­angestellten Mitarbeiter. Trotzdem setzen viele Betriebe und Unternehmen bei Bedarf auf Zeitarbeit, da sie durch die enorme Flexibilität Auftragsspitzen leichter abfangen lassen und Personal­ausfälle schnell kompensiert werden können. Gleich­zeitig spart sich der entleihende Betrieb Verwaltungsarbeit sowie Kosten für die Personalsuche und administrative Abläufe.

Vorurteil 7: Einmal Zeitarbeit – immer Zeitarbeit

Auch das stimmt so nicht: Viele Einsätze in der Zeitarbeit dauern nur zwei oder drei Monate. Einige Arbeitnehmer nutzen Zeitarbeit zur Überbrückung zwischen zwei Jobs, Berufseinsteiger sammeln hier erste praktische Berufserfahrung und Fachwissen, um anschließend bessere Chancen auf den angepeilten Job im favorisierten Unternehmen zu haben. Viele Zeitarbeiter qualifizieren sich zudem durch gute Leistungen im Einsatzbetrieb für eine Festanstellung dort. Unternehmen schätzen diese Phase des gegenseitigen Kennenlernens ebenfalls, um Fehlbesetzungen zu vermeiden. Zu guter Letzt gibt es noch jene Zeitarbeiter, die ganz einfach die zeitliche und örtliche Flexibilität dieser Form der Beschäftigung besonders zu schätzen wissen.

Vorurteil 8: Wer aktuell keinen Einsatz hat, wird auch nicht bezahlt

Auch dieses Vorurteil hält sich hartnäckig – ist aber völlig aus der Luft gegriffen. Selbstverständlich erhalten Zeitarbeitnehmer auch dann ihren Lohn, wenn sie aktuell keinen Einsatz haben. Das Risiko trägt das Zeitarbeitsunternehmen und ist deshalb natürlich daran interessiert, seine Mitarbeiter möglichst nahtlos in den nächsten Einsatz zu vermitteln. Zeitarbeiternehmer, deren Einsatz in einem Betrieb endet, müssen sich also nicht aktiv um einen neuen Einsatz kümmern – das übernimmt der Personaldienstleister. Sollte ein Mitarbeiter nicht mit einem Einsatz zufrieden sein, kann er zudem den Einsatzbetrieb wechseln.

Vorurteil 9: Männer haben mehr Erfahrungen mit Zeitarbeit als Frauen

Der Frauen­anteil in der Zeitarbeit ist verglichen mit anderen Branchen tatsächlich geringer. Das liegt hauptsächlich an dem hohen Anteil an Produktions­tätigkeiten, für die die Unternehmen gerne auf Zeit­arbeiter zurückgreifen. Bei der Arbeitnehmer­überlassung in der Dienst­leistungsbranche, im kaufmännischen Sektor oder in Pflege­berufen ist das Bild aber ein anderes: hier ist das Verhältnis ausgeglichen bzw. der Frauen­anteil höher. Zeitarbeit kann beispielsweise eine gute Option für junge Mütter sein, die ins Berufs­leben zurückkehren und dabei möglichst flexibel bleiben möchten. So ist der Wechsel zwischen Voll- und Teilzeit­beschäftigung bei einem Personal­dienstleister leichter möglich als in den meisten Unternehmen.

Vorurteil 10: Zeitarbeiter haben weniger Rechte als Stammmitarbeiter

Während ein Zeitarbeiter bei dem entleihenden Betrieb im Einsatz ist, genießt er dort die gleichen Rechte wie seine Kollegen aus der Stammbelegschaft. Egal ob Kinder­betreuung, Verpflegung oder beispielsweise Pausenräume: Zeitarbeitnehmer haben Anspruch darauf, diese vom Entleihbetrieb angebotenen Leistungen zu nutzen. Existiert im Einsatzbetrieb ein Betriebsrat, dürfen Zeitarbeiter diesen mitwählen, sofern sie länger als drei Monate in diesem Betrieb im Einsatz sind. Bei allen Angelegenheiten, die den konkreten Arbeitsplatz betreffen, ist der Betriebsrat des Einsatzbetriebs für den Zeitarbeitnehmer zuständig. Geldleistungen wie die betriebliche Altersvorsorge, Fahrkostenzuschüsse oder vertragsrelevante Anliegen sind Aufgabe des Personaldienstleisters.

Erfahrungen mit Zeitarbeit: Fazit

Vorurteile gegenüber der Zeitarbeit gibt es viele. Besonders beim Thema Bezahlung und Arbeitnehmerrechte gibt es viele Halbwahrheiten und überholte Informationen. Deshalb ist wichtig festzuhalten: Die Bezahlung für Arbeitnehmer in der Zeitarbeit wird in den meisten Fällen durch einen für die Zeitarbeitsbranche erstellten Tarifverträgen geregelt. Zusätzlich erhalten entliehene Mitarbeiter häufig einsatzbezogene Zulagen, Fahrgeld sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Das kann dazu führen, dass sie unterm Strich mehr verdienen als ihre Kollegen aus der Stammbelegschaft.

Doch nicht nur aus diesem Grund ist Zeitarbeit oft besser als ihr Ruf. Ein Einsatz auf Zeit bietet die Chance verschiedene Branchen und Unternehmen kennenzulernen, wie es in Festanstellung kaum möglich wäre. Für Berufsanfänger oder auch Berufstätige, die sich unsicher sind, in welchem Bereich sie künftig arbeiten möchten, kann Zeitarbeit eine nützliche Orientierung bieten.

*Alle personenbezogenen Bezeichnungen stehen für alle Geschlechter (m/w/d).