Berufsbild iOS Developer*in

In diesem Parad-iOS sind Äpfel keine Sünde.

Als iOS Developer*in (oder iOS Entwickler*in) sind Sie mit der Konzeption, Entwicklung und Implementierung userfreundlicher mobiler Applikationen für iPhone, iPad, Apple Watch und mehr zugange. Dabei können Sie entweder “from scratch” entwickeln oder bestehende Anwendungen optimieren und um Features erweitern. Qualitätssicherung via Testing, Dokumentationen und Peer Reviews gehören ebenso dazu wie die Arbeit im interdisziplinären – und in den meisten Fällen agilen – Team.

Typische Aufgaben als iOS Developer*in

Konzeption, Entwicklung und Implementierung von mobilen Applikationen für iPhone, iPad oder Apple Watch Optimierung bestehender Anwendungen technische Konzeption und Umsetzung neuer Features Sicherstellung der technischen Qualität des Produkts Dokumentation des Entwicklungsfortschritts

Im Zeitalter der Smartphones, Tablets und Wearables sind iOS-Entwickler*innen schwer gefragt. Im Prinzip machen Sie vor allem das Eine: Sie verwandeln gute Ideen in tolle Produkte! Aber nicht nur die Konzeption, Entwicklung und Implementierung neuer Apps steht auf Ihrem Fahrplan, sondern auch die Optimierung bestehender Anwendungen und die Umsetzung neuer Features gehören zu Ihrem Job. Dabei fußen Ihre Werke auf detaillierten Anforderungsanalysen und haben den User stets im Blick.

In der Regel arbeiten Sie im Unternehmen eng mit Backend-Devs, Business-, Design- und Projekt-Units und oft auch Android-Entwickler*innen zusammen – denn die Apps sollen schließlich allen Nutzern zugänglich gemacht werden. Im (oft agilen) Team werken Sie gemeinsam an der technischen Adaption inhaltlicher Konzepte, optimieren die Performance und feilen an Usability, User Experience und vielem mehr.

Ein Punkt darf in Ihrem Doing natürlich nicht fehlen: die Qualitätssicherung. Diese wuppen Sie im Team mit Ihrer reichhaltigen Testing-Palette und Ihrer Fantasie für realistische Testszenarien. Das Monitoring Ihrer Kreationen gehört auch dazu. Neben eifrigen Dokumentationen führen Sie Code Reviews durch, restrukturieren eventuell den bestehenden Code und fertigen auch mal den ein oder anderen konstruktiven Report an – kontinuierliche Verbesserung ist schließlich Ihr gemeinsames Ziel!

Welche Techs sind im iOS-Development-Umfeld gefragt?

  • tüfteln mit dem iOS SDK für iPhone, seit 2019 ergänzt um iPadOS
  • fröhlich coden mit den Programmiersprachen Objective-C und/oder Swift
  • die API Cocoa und das Cocoa-Touch-Framework fest im Griff
  • Fun in der IDE Xcode (und virtuoser Umgang mit den Xcode Tools)
Objective-C vs Swift
Objective-C und Swift im Vergleich. Grafik: Bylle Bauer.

Begonnen hat die iOS-Entwicklung mit der Sprache Objective-C. Damals war das die eleganteste Lösung, inzwischen hat sich aber eine neue, von Apple kommende Programmiersprache am iOS-Himmel etabliert: Swift ist multiparadigmatisch und bedient sich der Konzepte verschiedener Sprachen (wie Objective-C, Rust, Ruby, Python oder C#). Chefentwickler Chris Lattner betont zwar, dass Swift Objective-C nicht ersetzen, sondern ergänzen soll, aber das schlanke, quelloffene Swift erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Hier stehen wie in Ihrem Arbeitsalltag als iOS-Entwickler*in glasklarer Code und maximale Vereinfachung im Vordergrund. Grundsätzlich unterstützt iOS beide Sprachen. Entwickelt wird mit der API Cocoa und den Frameworks Foundation, AppKit und Core Data sowie dem Framework Cocoa Touch, dass die Foundation und das UIKit enthält. Das Ganze findet in der IDE Xcode statt.

Technologien

  • iOS
  • iPadOS
  • Swift
  • Objective C
  • Cocoa (Touch)

Auch oft Voraussetzung

  • HTML
  • CSS
  • XML
TDD
Test-Driven-Development für Unit Tests nach Kent Beck. Eigene Grafik.

Mögliche Methoden

  • App-Entwicklung
  • agile Methoden
  • UX/UI
  • QA
  • TDD

Was sollte man sonst noch so mitbringen?

  • Fähigkeit, glasklaren Code zu schreiben
  • Grundkenntnisse in HTML, CSS, JavaScript
  • Kenntnisse moderner Systeme und Architekturen
  • Erfahrung in der Aufwandsschätzung, Zeit- und Ressourcenplanung
  • Kommunikationsfreude und Präsentationstalent
  • Herzblut

Ein abgeschlossenes Studium in einem IT- oder techniknahen Bereich ist generell gern gesehen, aber gerade im Bereich der App-Entwicklung nicht die entscheidende Voraussetzung. So manch ein erfolgreicher App-Entwickler drückt beispielsweise noch die Schulbank. Beispiele dafür, dass viele Wege zum Traumberuf führen, liefern auch unsere Geeks und Mobile App Developer Tim und Volkmar, die wir für unseren Blog interviewt haben. “Wichtig ist vor allem, dass man mit Herzblut bei der Sache ist, alle Keynotes verschlingt (...) und sich nicht scheut, mit der Hardware experimentierfreudig zu sein”, so Volkmar. Auch iOS-Dev Tim rät apfelliebenden Softwaretüftlern, mutig zu sein und den Weg des Autodidakten zu wagen. Ist die erste App in den Stores, hat man gute Berufschancen. Nutzt man diese geschickt, kann man sich zum technischen Leiter oder zum Product Owner mausern.

Am wichtigsten bei der iOS-Entwicklung ist, wie bei jeder anderen Art der Softwareentwicklung auch: Ihr Code. Schlank, klar, solide und gut organisiert sollte er sein. Hier schaden Grundkenntnisse in HTML, CSS und XML ebensowenig wie eine solide Kenntnis mobiler Landschaften und Architekturen. Schließlich sind Sie oft auch für die Koordination der Arbeitsabläufe und Schnittstellen mit den Webentwicklern verantwortlich.

Ihr Know-how werden Sie vermutlich hier und da mit anderen teilen. Dies können Auftraggeber und Kunden sein, aber auch die Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen ist wichtig, um strategische Fragen auch aus Entwicklerperspektive zu betrachten. Die Geschäftsführung freut sich über Aufwandsschätzungen und verständlich aufbereitete Informationen zu den Apps. Je nach Ihrem eigenen Kenntnisstand coachen Sie neue Kolleg*innen in der iOS-Entwicklung oder bereiten gar Schulungen vor. Sie sehen schon: Ein wenig Spaß an der Kommunikation und viel Teamspirit sind gute Begleiter für Sie als iOS Entwickler*in.

Wichtig ist außerdem Ihre feine Nase für und Ihr großes Interesse an Marktentwicklungen. Selbständig saugen Sie die neuesten Trends und Technologien der mobilen Softwareentwicklung auf und wissen diese in neue Apps und Features zu verwandeln.

Darf’s ein bisschen mehr sein? – Ein Job mit Vielfalt!

Ihre Beschäftigungsmöglichkeiten sind nahezu so vielseitig wie die im Apple Store verfügbaren Produkte. Große Unternehmen suchen ebenso iOS Developer (d/m/w) wie Startups oder Agenturen. Natürlich können Sie auch als Selbständige*r loslegen und etwas Feines programmieren. Bei der interdisziplinären Teamarbeit in einem Unternehmen kommen Sie ganz schön jenseits Ihres Tellerrands herum. Sie testen, optimieren und brainstormen mit den anderen Devs für geniale Produkte. Manchmal entwickeln Sie White-Label Versionen, die Sie individuell an die Kundenwünsche anpassen. So kann Ihnen ein eigenständiges Projektmanagement, z.B. in agilen Developer-Projekten, in die Hände fallen.

Steve Jobs präsentiert Apple-Modelle
Wenn Steve Jobs Apple-News verkündete, lauschte die Welt gebannt. Wiki Commons.

Wissenswertes zu iOS

Im Jahr 2005 wurde mit der Entwicklung von iOS begonnen, ursprünglich, um einen Tablet-Computer auf den Markt zu bringen. Steve Jobs aber entschied, dass stattdessen ein Telefon entwickelt werden sollte. Der Rest ist Geschichte! Denn Scott Forstall als Leiter der Softwareabteilung bei Apple realisierte seine kühne Vision, dieses Telefon mit Mac OS X zu entwickeln. Am 9. Januar 2007 zog das erste iPhone aus, um das Verhältnis des Menschen zu seinem Telefon grundlegend zu verändern. Gut ein Jahr später veröffentlichte Apple dann das dazugehörige SDK und machte damit die Bühne frei für Drittentwickler*innen wie Sie! Ende 2012 erhielt das iOS unter Chefdesigner Jonathan Ive einen neuen Anstrich. Seit 2019 wurde mit iPadOS ein nur für diese Geräte entwickeltes Betriebssystem auf iOS-Basis gelauncht und damit die 2010 aufgehobene Trennung zum iPhone wieder aufgenommen.

Typische Anforderungen an einen iOS Developer

  • ein abgeschlossenes IT- bzw. techniknahes Studium ist gern gesehen
  • alternativ können Sie auch mit einschlägiger Berufserfahrung punkten
  • gut kommt eine erfolgreiche eigene App im Store an
  • am Wichtigsten aber ist die Fähigkeit, soliden und gut organisierten Code zu schreiben
  • absolute Fitness in Objective C und Cocoa
  • auch Swift sollte man beherrschen
  • Erfahrung mit Xcode
  • Fitness in agiler Methodik
  • Test Driven Development
  • strukturierte Arbeitsweise
  • Know-how der mobilen Landschaften, Architekturen, Trends und Neuheiten
  • Teamaffinität
  • hohes Qualitätsbewusstsein

Und was verdient man als iOS-Entwickler*in?

Als frischer iOS-ler steigen Sie im Durchschnitt mit ca. 40.000 € im Jahr in den Job ein. Das kann sich in den kommenden Jahren auch mal leicht auf 60.000 € steigern. Natürlich hängt Ihr tatsächliches Gehalt stark von Faktoren wie der Branche und der Region, in der Sie tätig sind, ab. Wer sich schon seit zehn oder mehr Jahren professionell mit der iOS-Entwicklung beschäftigt, kann es als erfahrener Senior leicht auf 80.000 bis 100.000 € bringen – ganz zu schweigen davon, was Sie mit selbstentwickelten Apps verdienen können, wenn diese den Nerv der User treffen.

Verdienst

  • Gehalt: 40.000 €/Jahr für Einsteiger
  • Professional: 60.000 €
  • erfahrener Senior: 80.000 bis 100.000 €

Ihr Ansprechpartner für iOS-Positionen: